Bali – Die facettenreiche Insel (25.08. – 06.09.2017)

Nachdem wir wieder so viele Eindrücke auf Bali sammeln konnten, ist es mal wieder an der Zeit, euch davon zu berichten.

Also was haben wir in den letzten zwei Wochen zu gemacht? Fangen wir zunächst einmal mit der Rafting Tour durch den fast unberührten Dschungel Balis an. Wir haben die Tour zusammen mit unseren Freunden Nathalie und Kris gemacht und sie war der Wahnsinn. Nach einer kleinen Einführung vom Guide ins Paddeln und die Kommandos, starteten wir unser Abenteuer auf dem Telaga Waja River. Ganze 16 km sind wir entlang an Wasserfällen, Stromengen und Dämmen gepaddelt. Der Adrenalinspiegel erreichte seinen Höhepunkte zum Ender der Tour, als wir einen 4 Meter hohen Wasser hinunterfielen. Insgesamt war der Ausflug super schön und wir würden jederzeit die Tour weiterempfehlen. Bei wem ihr am besten buchen solltet und wo ihr richtig viel Geld sparen könnt, erfahrt ihr unter der Rubrik „Preisejäger“.

Ein weiteres absolutes Highlight auf unserer Bali-Tour war der Besuch bei einem Heiler. Wir hatten uns für den 80-jährigen Cokorda Rai in Ubud entschieden, weil wir über ihn schon viele positive Rezensionen ließen und wir uns selbst von seinen heilenden Kräften überzeugen lassen wollten. Anders als sonst, ließen wir uns dieses mal zu den Orten fahren, und fuhren nicht selbst mit dem Roller. Hintergrund dafür war, dass die Fahrer grundsätzlich mehr Wissen bezüglich der Abläufe und Diagnosen eines Heilers haben und wir dessen Erfahrungswerte nutzen wollten. Leider hatten wir ein wenig Pech mit unserem Fahrer, denn er konnte kaum Englisch reden. Doch den Weg zum Heiler kannte er – immerhin. Dort angekommen, verspürten wir bereits die Magie am Ort. Der Tempel war dekoriert und überall wurden Räucherkerzen angezündet. Nach kurzem Warten erschien der Heiler und machte sich ans Werk. Er tastete erst den gesamten Kopfbereich ab und schaute, ob mit den Organen alles okay ist. Dabei konnten wir direkt spüren, wie uns eine gewisse Wärme umgab. Anschließend berührte er Punkte am Fuß, die höllisch weh taten. Nach seiner Behandlung (irgendwelche Bewegungen, die wir nicht deuten konnten) waren die Schmerzen verschwunden – verrückt. Am Ende erklärte uns Cokorda Rai, welche „Probleme“ wir haben und wie wir sie lösen können. Der Heiler selbst wollte zwar kein Geld haben, aber im Internet wurde empfohlen, 20€ als Spende zu überreichen. Für uns war das Erlebnis bei dem Heiler magisch. Da hier nicht nur die Symptome behandelt, sondern Geist und Körper als Ganzes betrachtet werden, würden wir ihn jederzeit wieder aufsuchen, falls die Schulmedizin an ihre Grenzen stößt.  

Im Laufe des Tages besuchten wir auch den Tempel „Puru Ulun Danu Bratan“. Er ist ein bedeutender Wassertempel auf Bali und ist umgeben von einer tollen Kulisse. Die Tempelanlage liegt in den Bergen auf 1200 m am Bratansee, dessen Wasser als heilig gilt. Die Tempelanlage ist sehr schön und einer der Schönsten, die wir auf Bali gesehen haben. Am Ende unserer Tour wurden wir in die Touristenfalle „Uma Luang Sari“ geschickt. Ein Restaurant mit tollen Ausblick auf die Reisterrassen, aber das Essen war unterirdisch schlecht. "All you can eat" war hier das Motto und die Qualität der Speisen leidete beachtlich darunter.

Im Laufe der Woche bemerkten wir, dass mit unserem PC etwas nicht stimmte. Das Videobearbeitungsprogramm hängte sich ständig auf, der PC gab uns dauernd keine Rückmeldung und ist extrem langsam geworden. Obwohl uns das normale Antivir keine Viren angezeigt hat, wussten wir, dass hier etwas nicht in Ordnung ist. Mit tatkräftiger Unterstützung von einem guten Freund aus Deutschland, konnten wir nach mehreren Anläufen auch rausfinden, wo das Problem lag. Wir hatten uns einige Trojaner auf den PC geladen, welche jeglichen Downloads und Versuche, diese zu finden verhindert haben. Nur durch den Einsatz einer Rescue Disk konnten diese Trojaner gefunden werden. Durch unseren Nachbarn im Homestay wussten wir eine Adresse an der wir unseren PC neu aufsetzen lassen konnten. Dieses kostete uns umgerechnet 10€ - damit konnten wir leben.

Am Samstag (02.09.17) sind wir dann zur Padang Bai aufgebrochen. Anderthalb Stunden Fahrt mit dem Roller erwarteten uns. Um die Fahrt erträglicher zu gestalten, haben wir uns auf der Strecke Sehenswürdigkeiten als Zwischenstopp gewählt. So haben wir uns das  "Bajra Sandhi Monument" in Denpasar und den "Tegenungan Wasserfall" bei Ubud angesehen. Besonders der Wasserfall beeindruckte uns sehr. Auf einer Aussichtsplattform hatte man einen wahnsinnigen Blick auf ihn. Natürlich ließ sich Yannick auch nicht entgehen, sich im kühlen Nass zu erfrischen. Der Tegenungan Waterfall sollte auf alle Fälle auf eurer to-do-Liste für Bali stehen, denn hier findet ihr ein wunderschönes Fleck Erde.

In der Padang Bai angekommen, suchten wir zunächst einmal ein Hotel. Wir hatten uns vorab das „Padang Bai Beach Resort“ auf booking.com ausgesucht, allerdings noch nicht gebucht, da wir uns vor Ort die Zimmer ansehen wollten. Oftmals kann man mit den Rezeptionisten verhandeln, dass man für den Preis eines Economy Zimmers ein Besseres erhält. So konnten wir auch hier ein schöneres Zimmer für denselben Preis für 2 Nächte buchen. Die Padang Bai ist bekannt für das Tauchen und für den Hafen. Von hier aus kann man mit der Fähre oder mit dem Speedboat in Richtung Gilli-Inseln/Nusa Penida etc. reisen. Witzigerweise waren unsere ersten Bekanntschaften in der Padang Bai ausgerechnet 2 der 3 Kursteilnehmer, welche mit mir den Tauchschein am Sonntag begonnen haben. Die Welt ist manchmal doch nur ein Dorf... Am ersten Abend waren wir dann im „Surf & Turf“ essen. Ein super günstiges Warung, das seinen Fisch auf der gegenüberliegenden Straßenseite grillt. 

Am Sonntag (03.09.2017) begannen wir dann mit dem Tauchen. Ich musste dafür erstmal in den Klassenraum, wobei ich dieses mal nicht als Lehrer vor der Klasse stand. Ein ungewohntes Gefühl. Danach ging die Tauchausbildung im Pool weiter. Hier sorgte besonders das Abnehmen der Maske unter Wasser für viel Freude. Yannick hatte seine ersten „Fundives“, bei denen er seine erste Meeresschildkröte sah. Am Ende des Tauchtages sind wir zum „White Sand Beach“ gefahren. Einer der schönsten Strände Balis, der einen trotzdem nicht vom Hocker haut. Hier werden wir uns wohl eher auf die Karibik freuen.

Am Montag (04.09.2017) war der wohl erfolgreichste Tag auf der Reise bisher. Nicht nur das die Operation von Yannicks Papa gut verlief, sondern auch unsere Tauchgänge werden wir wohl nie vergessen. Ich hatte meinen allerersten Freiwassertauchgang, den ich lebend überstanden habe. Yannick ist mit dem Speedboat nach Nusa Penida und sah dort am Mantapoint seine ersten Mantas. Er hatte das Glück gleich 8-9 Mantas auf einmal zu sehen. Nachdem das nicht genug war, konnte er bei seinem zweiten Tauchgang an diesem Tag auch noch einen Mondfisch sehen. Für alle, die es nicht wussten, es gibt nicht wenige Taucher, die nach mehr als 30 Jahren Taucherfahrung und weit über 1000 Tauchgängen noch nicht auf einen einzigen Mondfisch getroffen sind.  

Nach Ende des Tauchtages sind wir auf die Suche nach einem neuen Hotel gegangen. Hierbei war uns wichtig nicht wieder 45€ pro Nacht, wie direkt in der Padang Bai, zu bezahlen. Zum Glück sind wir bei booking.com fündig geworden und haben auch noch das Paradies zum kleinen Preis gefunden. Hier wurden wir abermals dafür belohnt, nicht vorab gebucht zu haben. Das Zimmer, das ursprünglich 35€ pro Nacht kosten sollte, erhielten wir für zwei Nächte mit Frühstück für 38€. Wir können das „Crystal Beach“ uneingeschränkt empfehlen und werden definitiv irgendwann einmal wieder zurückkehren.

Am Dienstag machte Yannick eine Pause vom Tauchen, um diesen Tag für das Arbeiten zu nutzen. Währenddessen musste ich darum fiebern meine Tauchprüfung zu bestehen. Das war im Nachhinein einfacher als gedacht, da bei der Theorieprüfung Gruppenarbeit erlaubt war. Das Abziehen der Maske unter Wasser wird wohl nie einer meiner Lieblingsbeschäftigung werden, aber immerhin weiß ich jetzt, dass ich dazu in Notsituationen in der Lage bin. Den Tag ließen wir in unserem schönen Hotel mit einer Massage und einem Bierchen ausklingen.

Der darauffolgende Tag bedeutete für uns Abschiednehmen vom Crystal Beach. Verdammte Axt, warum haben wir uns nicht für einen Monat hier eingemietet? Mit dieser Frage, die wir uns beide stellten, mussten wir einmal mehr feststellen, dass wir dieselben Interessen haben und die Ruhe am Meer vor dem Trubel in der Stadt von Kuta vorziehen.

Auf dem Nachhauseweg mit dem Roller haben wir uns fast zu früh gefreut, gut angekommen zu sein. Wir fühlten uns nämlich plötzlich wie inmitten eines Actionfilms. Versehentlicherweise sind wir kurz vor unserem Homestay in eine falsche kleine Gasse abgebogen, die sich als eine Sackgasse herausstellte. Wir hörten nur ein Hundebellen und in dem Moment als wir drehen wollten, sahen wir einen Hund auf uns zugefetzt kommen. Mit Vollgas beendeten wir das Wendemanöver und heizten vor zur Hauptstraße. Ich sah dabei nur das Monster hinter uns her rennen und ich überlegte mir schon eine Strategie, wie ich einen möglichen Hundeangriff abwehren kann. Glücklicherweise stoppte der Hund nach 100m und wir waren gerettet. Purer Adrenalinschub - kein Wiederholungsbedarf. Wir werden wohl nie vergessen, welches die richtige Einfahrt ist.

Am Ende des Tages sind wir in unserem Stammlokal „Bamboo“ Warung essen gegangen und haben unseren Ausflug ins Paradies Revue passieren lassen.

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