Nusa Penida – Unser fast perfekter Trip

Am Wochenende (09.09.17) starteten wir einen längeren Ausflug nach Nusa Penida. Nusa Penida ist eine kleine Insel südöstlich von Bali und mit ihren 7000 Einwohnern ist sie noch relativ unberührt vom Tourismus. Das zeigt sich auch an den wenigen Straßen, von denen in Deutschland einige maximal als Waldwege durchgehen würden. Aber dazu später mehr.

Angefangen hat alles damit, dass wir am Abend vor der Abreise feststellen mussten, dass unser Speedboot (Mola-Mola Express) für den nächsten Morgen bereits ausgebucht war. Dies beeinflusste tatsächlich den ganzen Trip. Zum Glück stellten wir die Ausbuchung am Abend vor der Abreise fest, sodass wir nicht 8 Stunden am Hafen warten mussten. Jedoch hatten wir auch bedenken, dass uns die Zeit auf Nusa Penida nicht ausreicht, wenn wir erst Samstag Abend anreisen. Daraufhin haben wir uns dazu entschlossen eine weitere Nacht auf Nusa Penida zu bleiben und wählten eine kostengünstige Unterkunft, die nach dem Bildern zu urteilen, etwas abenteuerlicher schien.

Nachdem wir nachmittags gegen 5 mit der Mola-Mola auf Nusa Penida angekommen waren, stellten wir zunächste einmal fest, dass es hier noch keine Bürgersteige gibt. So wanderten wir ca. 2 km zu unserer traumhaften Unterkunft “Coastal Inn”. Hier wurden wir nicht nur sehr nett empfangen sondern staunten auch nicht schlecht darüber, wie idyllisch diese Unterkunft für unter 20 Euro pro Nacht direkt am Strand ist.

Das Paradies lag nur leider ziemlich abseits von allen Sehenswürdigkeiten und anderen Touristen, sodass wir gezwungen waren selbst für den ersten Abend noch einen Roller zu mieten. Schwupti Wups fühlten wir uns vier Wochen zurückversetzt, denn es gab abermals keinen geeigneten Helm für meinen kleinen Kopf - ohje. Es wäre natürlich viel zu einfach und clever gewesen unsere Helme aus Bali mitzunehmen. Also mussten wir wiederholt einen Roller vom Homestay ablehnen, in der Hoffnung, auf Nusa Penida genauso viel Glück zu haben wie auf Bali (hier haben wir direkt einen neuen Helm gratis bekommen). Doch am nächsten Morgen wurden wir eines besseren belehrt. Die schandigsten Roller, ohne Tüv, Spiegel und Reifenprofil mit mäßig funktionierenden Bremsen erwarteten uns beim Rollerverleih am Hafen. Zu diesem Zeitpunkt wollten wir eigentlich bereits auf dem Weg zum ersten Traumstrand sein. Stattdessen liefen wir in der glühenden Mittagssonne leicht genervt zu unserem Homestay zurück, in der Hoffnung doch den kleinen Scoopy mit Helm mieten zu können. Und siehe da: der Schlüssel steckte und es war offensichtlich, dass der Roller samt Helme an andere Besucher vermietet wurde. Na super! Unsere Vermieterin bat uns alternativ einen anderen Roller, im deutlich schlechteren Zustand (nicht so schlecht wie am Hafen), ohne Helme an. Dieser hatte kein Profil mehr auf den Hinterreifen. Keine Helme und kein Profil, damit konnten wir nicht leben! Wie auch immer sie es möglich gemacht hat, tauschte sie mit den anderen Besuchern die Rollerschlüssel und wir hatten “Scooby” zurück, aber keine Helme. Uns wurde versichert, das es auf Nusa Penida keine Polizeikontrollen gäbe, welche das tragen eines Helmes kontrollieren würden. Sehr sicher fühlten wir uns jetzt nicht, aber egal, wir hatten einen fahrtüchtigen Roller und konnten mit ca. 28 Stunden Verspätung auf Erkundungstour gehen.

 

Erster Stop: Crystal Bay! Hier ist ein sehr schöner Strand zum Schnorcheln und als Taucher hat Yannick hier den Mola Mola gesehen. Wer kristallklares Wasser und Entspannung sucht, ist hier genau richtig. Nach ca. einer halben Stunde wollten wir uns auf zum nächsten Ziel machen. Die Luftlinie von hier bis zum nächsten Ziel betrug gerade einmal 2 km. Leider haben wir bei unserer Planung nicht danach geschaut, ob hier auch eine Straße herläuft. Also haben wir schlussendlich ca. 1 Stunde gebraucht und mussten insgesamt 17 km über absolute Katastrophen-Straßen fahren. 1000 Schlaglöcher später wurden wir dann aber vor Ort für alles entschädigt.

Die Broken Bay und Angels Billabong sind nebeneinander liegend und Pflichtprogramm für jeden Nusa Penida Touristen. Hier erlebt man atemberaubende Naturereignisse. Die Angels Billabong ist ein Infinty Natur Pool, von dessen Ende man direkt ins Meer schauen kann. Der Boden ist dabei extrem farbenfroh und hat eine ganz spezielle Form. Viele Touristen nehmen ein Bad hier. Leider war es uns, wie konnte es auch anders sein bei dem Trip, bewölkt, sodass wir darauf verzichtet haben. Der direkte Nachbar ist die “Broken Bay”. Hier ist durch Vulkanaktivitäten ein tiefer Krater entstanden, der durch eine Naturbrücke mit dem Meer verbunden ist. Dieses Naturwunder sollte man sich definitiv nicht entgehen lassen. Neben dem konnten wir einige Mantas und Delfine sehen.

Angels Billabong

Broken Bay

Crystal Bay

Von da aus ging es für uns zum Kelingking Beach. Unser Highlight auf Nusa Penida! Unglaublicher Strand, unglaublich hohe Aussichtsplattform und einfach ein unglaublicher Anblick. Wer sehr motiviert ist, kann es wagen den Abstieg zum Strand auf sich zu nehmen. Neben festem Schuhwerk sollte man hierfür aber eine gewisse Fitness, ausreichende Zeit und Wasser mitbringen.

Bevor wir uns auf den Weg nach Hause gemacht haben, gab es noch einen letzten Abstecher zum “Seganing Waterfall”. Auf dem Weg dorthin haben wir versehentlich die falsche Abbiegung genommen und sind letztlich am Hindutempel “Pura Gunung Cemeng” gelandet, der auf einer steilen Klippe steht. Mitten im Urwald und ohne eine Menschenseele hatte dieser Ort etwas magisches und dementsprechend glücklich waren wir über unser Missgeschick. Angekommen am eigentlichen Ziel bot sich ein weiterer spektakulärer Anblick aus unfassbarer Höhe. Um den Wasserfall zu sehen, hätte man wieder einen steilen und auch gefährlichen Weg der Klippe entlang gehen müssen. Dies haben wir uns jedoch erspart. Wir genossen einfach die Zeit vor Ort und gönnten uns kühle Getränke. Da wir noch eine Stunde Rollerfahrt quer über die Insel vor uns hatten, konnten wir uns leider nicht den tollen Sonnenuntergang ansehen.

Am Homestay angekommen, klopfte unsere Vermieterin an unserer Tür und teilte uns mit, dass wir eine weitere Nacht in dem Homestay hätten bleiben können. Leider haben wir, typisch deutsch, ein zu hohes Pflichtbewusstsein gehabt und lehnten dankend ihr Angebot ab, da wir bereits ein anderes Homestay buchten. Definitiv die schlechteste Entscheidung, die wir bisher trafen. Denn am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg zu unserer neuen Unterkunft “Rumah Pohon” und was wir dort vorfanden,war alles andere als zivilisiert. Natürlich kann man für 12 Euro pro Nacht keinen Luxus erwarten, aber diese Unterkunft stellte für Nicht-Pfadfinder einen Alptraum dar. Eine zusammengebastelte Hütte mitten im Wald, katastrophale Sanitäranlagen (1 Toilette und 1 Dusche für 3 Hütten und 4 Baumhäuser), die weder sauber noch heile waren, sorgten dafür, dass wir das Homestay zwar bezahlt aber nie bezogen haben. Stattdessen entschieden wir uns unsere Sachen direkt wieder mitzunehmen und das Speedboat am selben Tag zu nehmen. Wir sind zwar die Preisejäger, aber unser Motto lautet NICHT: “Zu den billigsten Preisen wollen wir die ganze Welt bereisen.” Wir haben zwar 12 Euro verschwendet, aber uns wurde dadurch auch eine Lektion erteilt, die wir so schnell nicht vergessen werden. Somit wurde uns wieder einmal bewusst, dass wir kein Hotel buchen sollten, solange wir nicht die Zimmer sehen konnten.

Nachdem wir auch hier wieder viel Zeit verschenkt haben, konnten wir nur noch ein Ausflugsziel besuchen. Wir entschieden uns für die “Atuh King Five” (weiterer genialer Aussichtspunkt) im Süden von Nusa Penida. Doch wie sollte es anders sein, auf dem Weg dorthin zogen schwarze Wolken auf und eine plötzlich aufkommende Kältefront umgab uns. Also kehrten wir auf halber Strecke und 30-minütiger Fahrt wieder um und besuchten den Hindutempel “Gua Giri Putri”, welcher in einer Höhle liegt. Im Inneren befinden sich mehrere hinduistische Altare. Die Höhle ist schwach beleuchtet und es gibt sogar einen gepflasterten Weg, der sich durch die gesamte Höhle erstreckt. Kaum vorstellbar, dass hier regelmäßig große hinduistische Zeremonien stattfinden, denn die Luftfeuchtigkeit ist hier unfassbar hoch. Für uns persönlich war der Besuch eine spannende, aber nicht atemberaubende und damit auch aus unserer Sicht nicht notwendige Erfahrung.

Als wir im weiteren Verlauf des Tages noch direkt am Meer zu Mittag aßen sowie “Scooby” und uns unversehrt zurück zum “Coastal Inn” brachten, waren wir durchaus froh wieder zurück nach Bali zu kommen.Einziges Problem: Unsere Fähre war für einen Tag später gebucht. Es hätte also durchaus passieren können, dass die Fähre voll ist und wir gezwungenermaßen eine Nacht länger auf Nusa Penida hätten bleiben müssen. Doch glücklicherweise buchte Yannick telefonisch unsere Reservierung um und alle Sorgen waren somit vergessen. Zusammen mit unserer amerikanischen Freundin Rachel, die am Tag zuvor unser Foto an der Broken Bay machte und zufälligerweise im selben Homestay übernachtete, wurden wir vom netten Hausherren des “Coastal Inn” zum Hafen gebracht.

Insgesamt betrachtet, würden wir auf alle Fälle die Insel weiterempfehlen. Nusa Penida strahlt einen ganz besonderen Charme aus, besonders weil die Natur noch so unberührt ist. Unser Trip war zwar mit vielen kleinen Hindernissen verbunden, aber irgendwie machen diese kleinen Details den Trip auch unvergesslich.

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