Saigon – einer liebt es, einer hasst es

Wir sind mittlerweile schon drei Wochen in Vietnam und Yannick und ich haben das erste Mal geteilte Meinungen über unseren Aufenthaltsort. Aber zurück zum Anfang. Gestartet hat unsere Reise in der Hauptstadt Vietnams Hanoi. Dort verbrachten wir lediglich eine Nacht, da wir letztlich nur das Ziel verfolgten, schnell in die Halong Bucht zu gelangen. Von Hanoi selbst haben wir nicht viel gesehen, aber was wir gesehen haben, hatte uns gereicht. Viel Verkehr, Dreck und wenig zu sehen. Da das Kriegsgefängnis bei Tripadvisor auf Platz 1 der besten Sehenswürdigkeiten von Hanoi stand, besuchten wir dieses. Leider war das Gefängnis wenig informativ und man konnte keine Führung buchen, sodass man teilweise mit einem großen Fragezeichen durch die Räume des Gefängnisses lief. Ansonsten kümmerten wir uns darum, eine gute und günstige Tour zur Halong Bucht zu finden. In Hanoi gibt es zahlreiche Anbieter, die Ausflüge mit Luxusschiffen inklusive Luxuspreise anbieten. Wir entschieden uns auf eigene Faust zur Halong Bucht zu gelangen und vor Ort eine Tagestour ohne Schiffsübernachtung zu buchen. Mit Peter (Yannicks Freund aus Hagen) und Valerie (neue Bekanntschaft) machten wir uns zur 4 Stunden entfernten Halong Bucht auf. Die Halong Bucht selbst gefiel uns sehr gut. Besonders beeindruckten uns die riesigen Kalkfelsen, die aus dem Meer empor stiegen. Auch die Stadt von „Halong Bay“ hat einiges zu bieten, wie einen Freizeit-, Rutschenpark und eine Riesengondel. In der Halong Bay wird momentan noch viel gebaut, sodass in naher Zukunft ein schöner Touristenort entstehen wird. Die Tagestour war auch super abwechslungsreich. So fuhren wir durch die wunderschöne Halong Bucht, besuchten eine Höhle und eine schwimmende Perlenfabrik und paddelten mit einem Kajak durch die Gewässer der Halong Bucht. Insgesamt verbrachten wir 4 Nächte an diesem idyllischen Ort.

Nachdem wir einige erholsame und sonnige Tage hatten, ging es mit dem Flieger von Haiphong in die größte Stadt Vietnams – Ho Chi Minh. Leider konnten wir im Norden nicht länger bleiben, da mein zweiwöchiges Praktikum an einer deutschen Schule in Saigon beginnen sollte. Am Flughafen von Saigon wurden wir dann herzlich von meiner Studienkollegin Cansa empfangen. Sie ist für ein Jahr als Lehrerin an der deutschen Schule tätig und lud uns ein, in ihrem Apartment zu übernachten. Ohne sie wäre ich wahrscheinlich in Saigon eingegangen wie eine Primel. Denn mich zog die Stadt dauerhaft runter. Keine Sonne, kein Meer, dauerhafter Smog und dauerhafter Lärm. Yannick hingegen war von der Straße, in der Cansa lebte, begeistert. Endlich konnte er seine Yogakünste weiter ausbauen und sich in den zahlreichen tollen Restaurants gesund und bewusst ernähren. Somit überlegte ich tatsächlich früher weiter zu fliegen, damit ich dem stressigen Stadtleben entfliehen kann. Doch leider bin ich zu sehr Schisser, um mich freiwillig alleine in eine asiatische Maschine zu setzen. Also musste ich gezwungenermaßen vier weitere Tage in dieser Traumstadt verbringen. Immerhin lohnte sich das Praktikum, denn ich erhielt viele Tipps in Bezug auf den Umgang mit Kindern, die deutsch als Zweit- oder Fremdsprache haben.

In Saigon selbst gibt es auch mehr zu sehen als in Hanoi. So schauten wir uns das Kriegsmuseum, den Wiedervereinigungspalast und die Central Post Office an. Am Montag werden wir noch einen Halbtagsauflug zu den Tunneln von Cu Chi (Tunnelsystem, in dem sich vietnamesische Partisanen im Vietnamkrieg versteckt hielten) machen, bevor wir dann endlich auf die Insel Phu Quoc fliegen.

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