Inselhopping – Warum alles anders kam als geplant…

Zwei Wochen sind mittlerweile schon wieder vergangen, als die Familie wieder nach Deutschland flog. Die ersten paar Tage ohne sie waren ganz merkwürdig. Wir fühlten uns plötzlich in Thailand nicht mehr so richtig wohl, alles erinnerte uns an sie und wir wollten eigentlich nur zurück nach Deutschland. Für alle die mal eine Weltreise machen wollen, lasst keinen Familienbesuch kommen - die Tage danach sind grauenhaft. Zum Glück haben wir es geschafft aus dem Loch herauszukriechen und sind wieder freudige Reisende. Wie ging es also danach weiter?

Schnell besorgten wir uns ein Bootsticket, um Phuket zu verlassen. Unser erster Stopp brachte uns auf die Insel Ko Phi Phi. Wir assozierten eigentlich mit der Insel Ruhe, einsame Stände, wenige Touristen. Doch was uns erwartete, war alles andere als idyllisch. Alles fing schon mit dem Zimmerpreis an. Für 40 Dollar die Nacht durften wir in einem Dorm (Schlafsaal im Hostel) mit 30 anderen Personen schlafen. Bisher hatten wir mit Hostels immer Glück, aber dieses war überteuert und schäbig dazu. Auch die Insel war völlig von partyfreudigen Besuchern überfüllt. Selbst der Hostelbesitzer begrüßte uns mit Gratis-Schnaps und berichtete uns, wo man sich gut tätowieren lassen und sich Drogen besorgen kann. Wo sind wir nur hier gelandet? Aber die Insel hat selbstverständlich auch ihre schönen Seiten. So gibt es zahlreiche Aussichtspunkte, von denen man die einzigartige Form der Insel bestaunen kann und auch wunderschöne Strände findet man rund um die Insel. Warum es viele außerdem nach Ko Phi Phi zieht, ist die nicht weit entfernte „Maya Bay“, wo „The Beach“ mit Leonardo Dicaprio gedreht wurde.Diese war wahrhaftig der Hammer. Unser Bootsausflug startete bereits um 6 Uhr morgens, damit wir die Massen an Besuchern umgehen. So konnten wir ein wenig mehr die Atmosphäre und den besonderen Charme der Bucht genießen. Nachdem wir auch diesen Bootstrip abgehakt hatten, hielt uns nichts mehr auf der Insel und wir verließen diese nach nur einer Nacht.

Weiter ging es nach Krabi zum so genannten „Ao Nang Beach“. Im Shuttlebus dort lernten wir die herzlichsten Menschen kennen, die wir bisher auf unserer Reise trafen. Das Paar stammt aus Südafrika und zog mit ihren drei Kindern nach Krabi, um dort an einer internationalen Schule zu arbeiten.Doch warum ist dieses Paar so einzigartig? Alles fing damit an, dass sie uns, ohne unsere Bitte, mit ihrem Privatauto zu unserem Hotel fuhren. Für uns Deutsche mag das vielleicht ein wenig naiv klingen einfach in ein fremdes Auto zu steigen, aber Gastfreundschaftlichkeit wird in anderen Ländern einfach größer geschrieben als in Deutschland. Als wenn das nicht schon genug gewesen wäre, stellten sie uns am nächsten Morgen ihren Roller vor unser Hotel, damit wir die nächsten Tage die Umgebung erkunden können. Wir revanchierten uns mit einer Einladung zum Cocktailtrinken und erfuhren, dass Collin sogar eine Niere einer fremden Person spendete. Unglaublich oder? Wir sind sehr dankbar, so tolle Menschen auf unserer Reise getroffen zu haben und freuen uns, sie irgendwann wieder in Krabi besuchen zu kommen.

Zurück zu unserem Aufenthalt. In unserem gemütlichen Hotel wurden wir direkt von einem freundlichen Ladyboy (nicht selten in Asien) begrüßt. Das machte das Hotel natürlich gleich sympathisch :D. In Krabi selbst haben wir das entspannte Feeling genossen. Wir waren am Strand, lagen am Hotelpool und fanden ein grandioses Restaurant mit Blick aufs Meer. Dort trafen wir uns auch einen Abend mit David und Babsi, die wir bereits schon in Phuket sahen. Wie klein doch Thailand ist :D.

Anschließend ging unsere Reise weiter nach Ko Samui. Die Überfahrt von Krabi nach Ko Samui dauerte ganze 10 Stunden inklusive Busverspätung. Doch die Fahrt hatte sich gelohnt, denn wir buchten eine mega coole Villa für 26 € die Nacht über Silvester. Ein richtiger Preisejäger. In den ersten drei Tage verbrachte ein russisches Paar mit ihrem 1 Jahr alten Baby ihren Urlaub dort. Den Rest unseres Aufenthalts hatten wir die Villa ganz alleine für uns. Nur Linn, die thailändische Frau des französischen Villabesitzers und Batu, der süße aber scheue Hund, leisteten uns Gesellschaft. Geplant war eigentlich eine Inselhopping-Tour auf die benachbarten Insel Ko Tao und Ko Phangan, jedoch fühlten wir uns so unglaublich wohl hier auf der Insel und in unserer Unterkunft, sodass wir andauernd verlängerten. Meinen Geburtstag und Silvester feierten wir ganz entspannt in der Villa und am Lamai Beach. Insgesamt fühlte sich unser 13-tägiger Aufenthalt auf Ko Samui wie Urlaub, aber auch zugleich wie Alltagsleben an. Seit langer Zeit kochten wir mal wieder, Yannick spielte Basketball und arbeitete ganz fleißig an der Homepage für das Reiseunternehmen seines Onkels. Es war ein schönes Gefühl mal wieder ein wenig Alltag zu erleben und Dinge zu tun, wie beispielsweise Geschirrspülen oder Kochen:D.

Morgen geht es für eine Nacht zurück nach Phuket. Die 10-stündige Rückfahrt bereitet uns jetzt schon Freude. Am Freitag werden wir dann endgültig Thailand verlassen und nach Singapur fliegen. Dort treffen wir auf meine WG-Mitbewohnerin und Freundin aus Mallorcas-Zeiten, die in Singapur studiert. Nach einem 4-tägigen Aufenthalt in Singapur geht es anschließend zu dem Ort zurück, an dem alles begann. Es geht nach Bali. Juhu. Aber wir können euch beruhigen. Es wird nicht langweilig werden, denn wir bleiben dort nur 3 Tage. Wir wollen nämlich endlich nach Australien und unseren Campervan abholen.

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