Neuseeland – Berge, Seen und Schafe

Hat Neuseeland tatsächlich mehr Schafe als Einwohner? Diese Frage stellten wir uns ziemlich oft als wir die Straßen Neuseelands entdeckten. Kilometerweit fuhren wir durchs Land, ohne einen Ort mit Menschen zu finden. Selbst Christchurch als größte Stadt der Südinsel wirkt wie eine verschlafene deutsche Kleinstadt. Und ja, wir haben uns nicht getäuscht. In Neuseeland wohnen 4,5 Millionen Einwohner und siebenmal so viele Schafe. Zum Vergleich: Berlin alleine hat 3,5 Millionen Einwohner. Wir hatten das Glück 4 von insgesamt 4,5 Millionen Einwohner näher kennenzulernen und ihre Gastfreundschaft zu genießen. Denn wir lebten eine Woche bei einer neuseeländischen Familie namens „Die Bownies“. Zwei Kinder (Ella, Nathan), ein Hund (Fat Tony) und ein glückliches Ehepaar (Braidie, John) empfingen uns herzlich in ihrem schönen Haus am Leithfield Beach nahe Christchurch. Für freie Kost und Logi mussten wir natürlich auch mal den Handfeger schwingen, mit Fat Tony am Meer Gassi gehen oder Unkraut jäten. Letzteres ist uns weniger gut gelungen. Ist schon schwierig, wenn man teilweise nicht Unkraut von einer Kartoffelpflanze unterscheiden kann. Zwar haben die Bownies jetzt einen schöneren Garten, aber vielleicht fehlt auch die ein oder andere Nutzpflanze :D. Neben dem Arbeiten hatten wir auch tolle Momente mit der Familie, bei der wir uns von Anfang an super wohl fühlten. So machten wir mit Braidie und John einen spontanen Cocktailabend inklusive Tanzunterricht. Die beiden sind leidenschaftliche Tänzer und nutzen jede Gelegenheit zu tanzen. So verwandelten sie die Terrasse zu einem Tanzparkett und zeigten uns einige ihrer Moves. Für uns kam das natürlich gut gelegen, denn im Sommer sind wir auf zwei Hochzeiten eingeladen, bei denen wir direkt unser Können (oder auch Nichtkönnen :D) unter Beweis stellen können. Ein weiteres Highlight mit den Bownies war das „Bodysurfing“ (inklusive Fat Tony), der in die Wellen sprang und mit zittrigen Körper auf dem Surfboard saß, um ja sein Herrchen zu beschützen. Einfach der coolste Hund ever (sorry Jessy). Trotz Neoprenanzug war der pazifische Ozean eisig kalt, doch die Wellen ließen die Kälte schnell in Vergessenheit geraten. Irgendwann war es dann an der Zeit die Südinsel zu erkunden. Erst wollten wir uns wieder einen Camper mieten und hätten fast heulen können, dass schon wieder ein Batzen Geld verloren geht. Doch die Bownies hatten die perfekte Lösung für uns gefunden und gaben uns ihr nigelnagelneues Zelt samt Inneneinrichtung (Decken, Kissen, etc.). Witzigerweise mussten wir uns selbst Klamotten von ihnen ausleihen, da wir nur auf 30 Grad und Sonnenschein vorbereitet waren. Mit Zelt im Koffer und gekaufter Campingausrüstung ging es dann mit unserem Toyota Corolla (dank Upgrade, hatten eigentlich nur einen Yaris gebucht) ab Richtung Süden. Erster Stop: Lake Tekapo. Diesen Anblick werden wir wohl so schnell nicht vergessen. Endlich mal wieder klare Luft (nach Asien weiß man sowas tatsächlich zu schätzen), Sonnenschein und das türkisblaue Wasser in Kombination mit schneebedeckten Bergen machten unser erstes Ziel perfekt. Weniger perfekt war unsere erste Nacht im Zelt. Wir fanden einen tollen Campingplatz mit direkten Blick auf den See Pukaki. Doch leider war es so eisig kalt, dass wir uns in dieser Nacht zu Eisklumpen verwandelten. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir noch keine Matratze, was das entspannte und bequeme Schlafen nicht gerade förderte. In der nächsten Nacht optimierten wir jedoch unsere Schlafkonstruktion mit einem Pulli mehr, Zeitung und einer Decker, sodass die Nächte im Zelt angenehm kuschelig wurden. Im Verlauf unsere Reise wurde uns dann sogar noch eine Matratze geschenkt. Puh haben wir ein Glück – eben richtige Preisejäger :D. Danach ging es nach Wanaka, wo wir relaxten, im See geschwommen sind und dabei den Anblick von schneebedeckten Bergen genossen haben. In Queenstown löste dann Yannick sein Geburtstagsgeschenk ein und wir machten einen Actiontag mit Parasailing, aßen den preisgekrönten besten Burger der Welt, machten Hot Yoga, fuhren Go-Kart und besuchten eine Ice Bar (minus 12 Grad). Ein weiterer Lieblingsort für uns ist der Fjord Milford Sound. Allein der Weg nach Milford Sound ist lohnenswert. Die Krönung des ganzen war dann die Bootsfahrt, bei der eine Delfin-Familie direkt vor unserer Nase erschien und uns einige ihrer akrobatischen Talente zur Show stellten. Weiter ging die wilde Fahrt an die Südspitze der Insel. Eigentlich stand dies nicht auf unserer Liste, doch wir entschieden uns aufgrund des Wetters um. Wenn man Regen gegen Sonnenschein eintauschen kann, fährt man natürlich gern einen kleinen Umweg. Und dieser hat sich sowas von gelohnt. Wir hatten zwei schöne Tage an der Curio Bay, wo wir Pinguine beobachten und mit Delfinen schwimmen konnten. Leider mussten wir die Westküste der Südinsel komplett weglassen, da es von morgens bis abends nur regnen sollte. Also fuhren wir in den Norden, wo uns schönes Wetter erwartete. Hier war das absolute Highlight der French Pass. Wir sind aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen. Die Landschaft war einfach unglaublich. Wir hatten das Glück am Wochenende dort gewesen zu sein, sodass wir einige Einwohner kennenlernten. So gab es beispielsweise eine kostenlose Bootsfahrt oder selbstgefangenen Fisch. Auch hier konnten wir wieder Delfine bestaunen. Jedes Mal ein erneuter Gänsehautmoment. Über Nelson sind wir anschließend zum Abel Tasman gefahren. Leider hat der Zyklon, der zwei Wochen zuvor über Neuseeland wütete, vieles kaputt gemacht. Somit waren wir eher wenig vom Nationalpark und dessen Strände begeistert. Doch der 10 Kilometer-Walk schadete unserer Fitness auch nicht. Am Ende haben wir noch einmal die Bownies besucht und sind zum Flughafen aufgebrochen, um ein neues Abenteuer zu starten. Neues Ziel: Hawaii.

Liebe Grüße,

eure Weltreisejäger

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